miss saigonLängst ist Gras gewachsen über die Erde, die einst von Napalm und Agent Orange verwüstet war. Saftiges Grün, mancherorts gemäht und geschnitten zu wunderschönen Golfplätzen. Weite Strände an der Küste, das Labyrinth des Mekong-Deltas und ein gebirgiger Nordwesten locken Reisende aus aller Welt.

 

 

Vor allem Saigon, die Schönste, die Geliebte des Landes und Zentrum der Erneuerung, breitet die Arme aus, um Besucher herzlich willkommen zu heißen. Wie ein wimmelnder Ameisenhaufen, sehen die Menschenmassen aus, betrachtet man sie aus dem 10. Stock des Renaissance Riverside Hotels, das mitten in der City liegt. Alle Einwohner Saigons scheinen schon früh am Morgen unterwegs zu sein. Am Ufer des Flusses sind Jogger, Fächertänzer und Tai-Chi-Jünger unterwegs. Arbeiter und Angestellte warten auf die Fähren, auf Bänken schwatzen die Betagten, Kinder tollen herum. Garküchen servieren an Tischen in Puppenstubenformat heiße Brühe mit Reisnudeln zum Frühstück, alternativ gibt es zartblättrige Croissants, denn die Stadt ist stark geprägt von der französischen Besatzungszeit, galt als „Paris des Ostens“.

Das zeigt sich vor allem in der Prachtstraße Duong Dong Khoi mit ihrem kolonialen Jugendstilbauten, schicken Designer-Boutiquen, der Kathedrale Notre Dame, der französischen Post, der Gustave Eiffel ein Dach aus Glas aufsetzte, dem berühmten Hotel Continental, in dem Graham Greene’s Roman „Der stille Amerikaner“ seinen Anfang genommen hat oder dem Hotel Rex, das während des Vietnamkrieges Nachrichtenzentrale des US-Militärs war.

3 saigon straenbildUm all diese Gebäude brodelt dichter Verkehr. Mofas, Rikschas, Fahrräder. Bepackt mit Kisten voller Cola-Flaschen und Tiger-Bier, mit Gemüsekörben und Bananenstauden, auf dem Weg zur Markthalle im alten chinesischen Stadtteil Cholon, dem die Kommunisten das Laster des Opiums und der käuflichen Liebe ausgetrieben haben. Manchmal wird eine ganze Familie transportiert, inklusive Oma und Kleinkind, oder junge Frauen, deren seidige Ao-Dai-Gewänder anmutig im Fahrtwind flattern. Der Verkehr läuft, obwohl, wie es scheint, sich keiner an irgendwelche Regeln hält. Rote Ampeln, Einbahnstraßen, durchgezogene Mittellinien? Man fährt, wo Platz ist, notfalls auch auf der Gegenseite und eine eigentlich zweispurige Straße, wird ganz schnell sechsspurig. Dazu ununterbrochenes Hupen, unterstützt vom Tuten der Schiffe auf dem Fluss. Das Herz der 8-Millionen-Metropole schlägt laut und schnell.

 

35 cao dai grotempelRuhe findet man vor den Toren der Stadt. Etwa im schnörkeligen, kunterbunten Caodai-Tempel in Tay Ninh, wo sich Mitglieder der Drei-Millionen-Sekte, die Buddhismus, Konfuzianismus, Christentum und Islam miteinander verbindet, zum Gebet versammeln. Bei einer Besichtigung der 200 Kilometer langen Tunnel von Cu Chi, die während des Vietnamkrieges gleichzeitig bis zu 10.000 Menschen Zuflucht boten, wird man sowieso ganz still.

 

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Doch ganz besonders entspannend ist es, per Schiff durch das Mekong-Delta zu kreuzen, dessen unzählige Kanäle und Flüsse, ein kaum durchschaubares Netz bilden. Fast lautlos zieht die Szenerie an den Ufern vorbei. Hütten aus Stroh oder Bambus, meist auf Stelzen und meist mit Fernsehantenne. Durch offene Türen fällt der Blick ins Innere, zu verbergen gibt es nicht viel, das Leben spielt sich hauptsächlich im Freien ab. Reis ist das Hauptanbauprodukt im Mekong Delta, der „Reiskammer Vietnams“. Frauen und Männer mit den typischen Kegelhüten, bis zu den Knien im feuchten Erdreich einsinkend, beugen sich über die Pflanzen, die Stück für Stück per Hand gehegt werden. 

23 frau im reisfeldTräge wirkende Wasserbüffel ziehen den Pflug, weiße Reiher stelzen durch die leuchtend grünen Felder, die sich abwechseln mit Eukalyptus- und Kautschukwäldern, Palmenhainen, Frangipani- und Bougainvilla-Bäumen. Die Tage vergehen im beschaulichen Tempo und bei Nacht stehen Sterne am Himmel, in einer Pracht, wie sie in Europa nie zu sehen sind. So geht es weiter bis nach Kambodscha zu den prächtigen Tempelbauten von Angkor Wat – und, man soll’s nicht glauben, zu zwei Golfplätzen, die sich in deren Ruhm sonnen. Der Phokeethra Country Club, gerade erst ein Jahr alt, wird von seinen Betreibern, dem Sofitel Royal Angkor Golf & Spa Resort, bereits als achtes Weltwunder bezeichnet, wobei im brandneuen Angkor Golf Resort, Nick Faldo sich mit einem 18-Loch-Platz ein Denkmal gesetzt hat. Doch davon mehr bei anderer Gelegenheit. Zum Golf spielen, bleiben wir erst einmal in Vietnam.

 

 

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Nur 20 Kilometer außerhalb Saigons, befindet sich der Vietnam Golf & Country Club, die erste 36-Loch-Anlage Vietnams. Angelegt auf 300 Hektar Land mit altem Baumbestand, musste kaum Erde bewegt werden, die Umgebung war wie geschaffen für ein Golfresort. Fährt man von hier ein kurzes Stück weiter nach Osten, erreicht man den Long Thanh Golf Club, mit ebenfalls zwei herrlichen 18-Loch-Plätzen. Die Fairways, auf einem Plateau angelegt, bieten wundervolle Panoramablicke auf die darunter liegenden Reisfelder und den Dong Nai River, bis zur Skyline von Saigon. Wer die verkehrsreiche Straße aus der Stadt heraus meiden will, kann sich mit dem Boot bis zum Hafen von Vung Tau bringen lassen und sichert sich damit ein spezielles Erlebnis

Rund 30 Minuten nördlich von Ho Chi Minh City, wie Saigon offiziell heißt, bietet das Song Be Golf Resort vor allem Entspannung. Ferien-Appartements, Villen, ein Restaurant mit gut sortiertem Weinkeller, private Bibliothek, Kunstgalerie, Felsengarten mit Koi-Teich, Felsen-Reflexionspark, Wasserfall-Swimmingpool, Tennisplätze und Sportstudio, gruppieren sich um eine Golfanlage vom Feinsten. Hier, wie fast in allen Golfanlagen Vietnams, gibt es weibliche Caddies, die gerne mit „great shot“ und „nice drive“ die Spieler motivieren. 

Fast eine Stunde dauert die Fahrt zum Dong Nai Golf Resort, doch der Aufwand lohnt sich für diese 27 Loch-Anlage, die inmitten unverfälschter Natur liegt dem Golfer nicht nur ein schönes Spiel bietet sondern auch fantastische Aussichten.

 

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Tatsächlich sind sie alle schön, die Golfplätze Vietnams. Und folgt man der Straße vom Dong Nai Resort vier Stunden weiter nach Norden, findet man auf der Hochebene von Dalat ein wahres Prachtstück und einen der Top-Kurse Asiens. Natürlich würde ein Flug von Saigon dorthin nur 35 Minuten dauern, doch ist es auch schön die abwechslungsreiche Landschaft zu genießen. Reisfelder weichen Bananenhainen, dann kommt der Dschungel, und später die endlosen Tee-, Kaffee- und Ananasplantagen des Hochplateaus von Lam Dong. Obwohl Dalat in den inneren Tropen liegt, herrscht hier in rund 1500 Metern Höhe, ständig ein mildes Klima. Das schätzten schon die französischen Kolonialisten und bauten sich ein „Le Petit Paris“ mit Eiffelturm, exzellenten Restaurants, luxuriösen Hotels und natürlich einen Golfplatz, der mehrmals als bester Vietnams ausgezeichnet wurde. Trotz einiger Herausforderungen, verströmt der Dalat Palace Golf Club eine entspannte Atmosphäre und begrüßt seit seiner Eröffnung 1922, Spieler aus aller Welt. Diese wohnen vorzugsweise im ebenfalls 1922 erbauten Sofitel Dalat Palace Hotel, das maßgeblich dazu beigetragen hat, Dalat zum berühmtesten Erholungsort Indochinas zu machen.

 

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1strand phan thienAuch die herrlichen Strände bei Phan Thiet sind eine beliebte Ferienregion. Nick Faldo hat hier einen Platz gebaut: „Wir haben die Dünen den Verlauf und das Aussehen des Kurses bestimmen lassen, Spielbarkeit und Eindruck sollten an die frühen Küstenplätze von England erinnern, eben nur in einem tropischen Klima“, sagt er dazu. Und tatsächlich ist ihm hier ein Meisterwerk gelungen. Bahn 9 vom Ocean Dunes Golf Club, ein kurzes Par 3, wurde vom amerikanischen Golf Magazin gar als eines der schönsten Löcher der Welt bezeichnet. Wenn von hier der Blick durch die Bäume auf das schimmernde Südchinesische Meer mit seinen puderweißen Stränden fällt, mag man dem zustimmen. Warum also nicht ein paar Tage hier bleiben und sich jeden Morgen von der Sonne zu einem neuen, herrlichen Golftag wecken lassen, zumal mit dem Sea Links Golf Course im 15 Minuten entfernten Mui Ne ein weiterer atemberaubender Platz lockt.

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